Radtour auf dem Panorama-Radweg und der Balkantrasse im Bergischen Land

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Radtour durchs Bergische Land mit Rad und Fahrradbus – Radfahren entlang ehemaliger Bahntrassen

Selten war ich so neugierig eine Region mit dem Fahrrad zu entdecken. Das Bergische Land liegt eine Zugstunde von Köln zwischen Wuppertal und Siegburg. Alte Bahntrassen, auf denen früher Kohle transportiert wurde, sind zu Qualitäts-Radwegen umfunktioniert, und so die ganze Region Fahrrad-Infrastrukturell aufgewertet worden. Mittlerweile umfassen die früheren steigungsarmen Schienenwege 175 vom insgesamt 300 km langen Panorama-Radwege Netz. Drei dieser umgebauten Bahntrassen fungieren bis dato als Radwege: Der Bergischer Panorama-Radweg (141 km), der Panorama-Radweg Balkantrasse (51km) und der Panorama-Radweg Niederbergbahn (44km). Auch E-Bike Verleihe sowie E-Bike Ladestationen sind ausreichend vorhanden.

Einfach unterwegs dank des Bergischen Fahrradbusses

Im Bergischen Land verkehrt seit diesem Sommer sogar ein Fahrradbus, der es dir vereinfacht, die schönsten Streckenabschnitte und Orte an einem Wochenende zu erleben. Der Bergische Fahrradbus transportiert dich und dein Rad einfach und unkompliziert zwischen Lerverkusen-Opladen und Marienheide entlang des Panorama-Radwegs Balkantrasse und des bergischen Panorama-Radwegs. Die Bushaltestellen liegen unweit des Radwegs und sind auffällig, mit einem eigenen Markierungszeichen ausgeschildert. Der Bus fährt von März bis Anfang November und seit dieser Saison verkehrt zusätzlich eine Linie zwischen Burscheid und Bergisch-Gladbach, von wo man mit der S11 schnell weiter nach Köln und Düsseldorf kommt. Preise, Routen und Abfahrtszeiten findest du hier.

Bergischer Panoramaradweg

Nach meiner Anreise mit der Bahn inklusive Fahrradmitnahme, halte ich in dem kleinen Örtchen Marienheide, wo meine Fahrradtour beginnt. Die Stadt liegt direkt am Bergischen Panorama-Radweg, der wohl schönste Bahntrassen-Radweg im Bergischen Land. Was mir direkt auffällt und sich bis zum Ende meiner Radtour hinzieht, ist die wunderschöne Lage. Eingebettet in  idyllischer Naturkulisse und fernab des Verkehrs gelegenen, hört man nichts außer Vogelgezwitscher und das Fließen der klaren Bäche Wupper und Wimme. Der Bach wird mein ständiger Begleiter und verwandelt sich nach und nach zu einem großen Fluss.

Obwohl ich an einem Wochenende hier bin, herrscht verhältnismäßig überschaubarer Fahrradverkehr. Das freut mich als Genussradler natürlich! Vor allem in Anbetracht der Tatsache, was für ein riesiger Ballungsraum die Region rund um das Ruhrgebiet doch ist.

Wandern kann man hier übrigens auch 😉

Die bergische Bauweise

Entlang des „Panorama-Radwegs Bergisches Land“ durchquert man die beiden Orte Wipperfürth und Hückeswagen. Und was mir hier als ortsfremdes Nordlicht sofort auffällt, ist die interessante Bauweise und Architektur, die den Charme eines jeden Ortes hier unten ausmacht. Häuser, umringt mit kleinen grau-silberfarbenden ziegelartigen Hölzern und bunten Tür- und Fensterrahmen – zumeist in weiß oder grün. Richtig schön!

Beim Knotenpunkt 28 auf den Panorama-Radweg Balkantrasse

Neben sommerlichem Bergidyll und regionaler Architektur gibt es aber noch ein weitere schöne Abschnitte. Dazu biege ich beim Knotenpunkt 28 nahe Bergisch-Born auf den Panorama-Radweg Balkantrasse ab. Hier kreuzen sich nämlich die beiden Panorama-Radwege. Damals wurde diese Bahntrasse hauptsächlich von Gastarbeitern aus der Balkan-Region erbaut und erhielt so ihren Namen.

Nach ein paar Kilometern auf dem fahrradfreundlichsten Asphalt wo gibt, ist es an der Zeit für eine längere Pause. Mein Tipp: Auf einen Kuchen oder Eis ins Café Wild in Wermelskirchen.

Der Thomashof in Burscheid

Am späten Nachmittag passiere ich ein etwas anderes Ortseingang Schild. Willkommen in Remscheid.

Unweit von hier, in Burscheid, liegt der Thomashof. Landwirt Eberhardt Thomas hat seine Grundidee aus den Niederlanden. Während seiner Besuche hinter der Grenze sind ihm die zahlreichen Milchhöfe aufgefallen, die er auf unserer Seite der Grenze immer wieder vergeblich gesucht hat. Der 40 Jahre alte Bauernhof  hat sich im Laufe der Zeit zu einem Bauernhof zum Anfassen entwickelt, mit eigener Molkerei, Gastronomie im Innen- und Außenbereich sowie einem Hofladen. In der hofeigenen Käserei werden Milch- und Käseprodukte aus eigenem Erzeugnis gewonnen und im Restaurant hat sich das Frühstücksbuffet als echter Geheimtipp in der Region etabliert. Selbst einen Biergarten mit angrenzendem Streichelzoo findest du auf dem Thomashof. Eberhardt Thomas erzählt mir, wie sehr ihm das Wohlergehen seiner Tiere am Herzen liegt. Beim Spaziergang über den Hof zeigt er mir auch die Käserei und ich probiere den besten Käse den ich je gegessen habe:  Thomas‘ Eigenkreation. Schön scharf, super lecker und ganz neu! Davon habe ich erstmal einen Vorrat im Hofladen gekauft.

So langsam nähert sich der tag dem Ende Tag und ich radle ganz bequem zur nächsten Fahrradbus-Haltestelle, von wo mich der Bergische Fahrradbus zurückbringt. Unterwegs lasse ich meine Radtour auf den beiden Panorama-Radwegen noch einmal Revue passieren. Schön war’s! Vor allem das unbeschwerte Radfahren im Grünen fernab des Verkehrs 🙂

Transparenzhinweis: Die Radreise durchs Bergische Land war eine Bloggerreise und ist durch eine wunderbare Zusammenarbeit mit der Naturarena Bergisches Land GmbH zustande gekommen.

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Fahrrad fahren : Radtour durchs Bergische Land

Hi, ich bin Matthias und reise gerne fernab der Massentourismuspfade, aktiv und abenteuerlich, aber zugleich auch genussvoll und entschleunigt. Am liebsten mit Rad, Rucksack oder Handgepäck. Auf diesem Blog findest du neben Reiseberichten und Tipps auch Interviews, Gedanken, Gastartikel und viele Eindrücke zum Reisen mit dem Fahrrad.

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