Was Tourismusregionen vom #Gesäuse lernen können

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Das Gesäuse: Gemeinsamkeit & Zusammenhalt im Tourismus

Babs und ich waren ja vor kurzem im Auftrag des österreichischen Umweltzeichens in der Steiermark in Österreich, genauer gesagt in der noch relativ unbekannten Urlaubsregion Gesäuse. Ich weiß, der Name mag für uns Deutsche vielleicht etwas merkwürdig klingen, aber dafür hat er wahrlich Einzigartigkeitscharakter. Eigentlich schreibe ich ja eher selten über die Hintergrundarbeit in Tourismusdestinationen, aber was wir hier erlebt haben, hat uns stark beeindruckt. Und zwar geht es um die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt zwischen dem Tourismussektor und der einheimischen Bevölkerung. Da ich selbst seit vielen Jahren im Tourismussektor arbeite und weiß, wie schwer die Zusammenarbeit auf verschiedenen horizontalen und vertikalen Ebenen zwischen privatem und öffentlichem Sektor, den verschiedensten Interessengruppen und vor allem den verschiedenen Generationen, gerade im Bereich Destinationsmanagement und Online Marketing, ist, habe ich ein starkes Bedürfnis einmal aufzuzeigen, was für eine tolle Fallstudie die junge Tourismusregion #Gesäuse darstellt. Denn Erfolg gelingt nur – gerade im Tourismus, einem Sektor, in dem sehr viele Stakeholder unterschiedlichster Natur involviert sind – wenn alle Beteiligten jeden Alters gemeinsam, motiviert und zielorientiert zusammenarbeiten.

Während der Bloggerreise ins Gesäuse haben wir viele private Betriebe und öffentliche Attraktionen besucht, mit den Inhabern und Angestellten gesprochen, die Leiter des Tourismusverbandes Gesäuse getroffen und interviewt, und uns zu guter Letzt natürlich auch mit den Menschen vor Ort unterhalten. Ein paar Charakteristiken sind uns dabei ganz Besonders aufgefallen, und zwar vor allem der Zusammenhalt untereinander, die Einigkeit, Motivation und Euphorie, sowie die gemeinsame Zielsetzung und Umsetzung aller Beteiligten. Gemeinsamkeit heißt hier das Zauberwort vor wie auch hinter den Kulissen!

1. #Gemeinsamkeit durch gemeinsame Identität

Da wäre zum einen das neue Logo der Region. Die Leiter des Tourismusverbandes haben hier bei der Wahl der Werbeagentur ein gutes Händchen bewiesen. Als wir das Logo auf der aus ökologischem Papier gedruckten Broschüre zum ersten Mal gesehen haben, dachten wir einfach nur: „Wow, perfekt. Was für ein tolles Logo!“ Und jeder Einzelne, mit dem wir darüber geredet haben, bestätigte diesen Eindruck und erzählte uns stolz, wie sehr er das neue Logo liebt. Anwohner kleben sich das Logo auf ihre Autos, tragen Textilien, auf denen es eingestickt ist, und touristische Betriebe drucken es auf ihre Labels und Produkte. In der ganzen Region begegnet einem das Logo immer wieder, selbst im kleinsten Café.

Geheimtipp: #Gesäuse in Österreich

Geheimtipp: #Gesäuse in Österreich

2. #Gemeinsamkeit durch Involvierung

Als Grundvoraussetzung für gute Zusammenarbeit hatte es für die Verantwortlichen im Gesäuse oberste Priorität zuerst einmal ein starkes regionales Gemeinschaftsgefühl aufzubauen. Darauf macht ein Buch aufmerksam, von dem jeder Gast ein Exemplar in seiner Unterkunft vorfindet. In diesem, ebenfalls auf ökologischem Papier gedrucktem Buch, findet man jeden, aber auch wirklich jeden, der im Gesäuse auch nur in entferntester Art und Weise mit dem Tourismus verbunden ist. Der Autor dieses Buches ist durch die gesamte Region gereist und hat all diese Menschen kennengelernt, interviewt und fotografiert.  Herausgekommen ist ein visuelles und inspirierendes Meisterwerk, das von den Menschen im Gesäuse, ihrer Geschichte und Passion berichtet.

Gesäuse Buch 2018

3. Gemeinsam für eine bessere Umwelt

Was uns außerdem positiv aufgefallen ist, war generell die große Anzahl der Betriebe, die mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind. Und es werden jährlich mehr, vor allem im Tourismussektor, wie uns die Leiter der Tourismusbehörde berichteten. Das Öko-Label umfasst einen strengen Kriterienkatalog, der aufzeigt, wie nachhaltig und umweltfreundlich ein Betrieb ist. Das fängt bei der Heizanlage an, und geht bis zur Art des verwendeten Spülmittels. Die Regulation solcher Maßnahmen zum Wohle unserer Umwelt sind auf den ersten Blick natürlich gerade zu Beginn mit zum Teil hohen Kosten verbunden, zahlen sich aber auf Dauer in jedem Fall aus, sprich sie sind nicht nur umweltfreundlich, sondern oft auch wirtschaftlich, wie uns alle Beteiligten immer wieder bestätigen. Dass dies eine echte Win-Win Situation ist, haben die Menschen hier verstanden und gehen gemeinsam den Weg für eine bessere Umwelt. Das stimmt natürlich auch den immer stärker auf Nachhaltigen Tourismus achtenden Touristen glücklich und zufrieden.

4. Gemeinsamer Erfolg durch kollektive Onlinepräsenz

Und das, was man auf einer Reise durchs Gesäuse mit allen Sinnen wahrnimmt, erlebt und erfährt, ist auch optimal auf der Onlinepräsenz des Gesäuses umgesetzt worden. Die Website der jungen Tourismusregion #Gesäuse ist visuell höchst ansprechend, liefert in Deutsch und Englisch alle Informationen, die man benötigt, hat super Filterkriterien, und ist vor allem auch im Social Media Bereich optimal aufgestellt. Auch der #Gesäuse Instagram Account überzeugt durch die Zusammenarbeit mit lokalen Fotografen und Content Creation durch Reposting und Hashtag Kampagnen – ähnlich wie bei großen Destination wie zum Beispiel #LetsGoMontenegro. Bei Facebook wird viel mit Fotos und dem Taggen lokaler Betriebe gearbeitet. Und auch die Videos auf Vimeo überzeugen mit hoher Qualität.

In diesem Prozess hat man sich vor allem auf Instagram und Facebook konzentriert, und das sehr erfolgreich: Allein die organische Reichweite und Interaktionsrate der User auf diesen beiden Social Media Plattformen ist gewaltig. Hier hat die junge und moderne Tourismusregion alles richtig gemacht. Und das Beste ist: Die Betriebe ziehen nach und werden auf Instagram und Facebook immer präsenter und aktiver – allen voran auch die älteren Betreiber. Denn sie haben die Zusammenhänge zwischen den Interaktionen, den steigenden Besucherzahlen, online wie offline, und die relativ günstige und zugleich effiziente Methode dieser Art des Marketings wahrgenommen und vorbildlich umgesetzt. Destinationsmarketing at its best!

 

 

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Fallstudie Tourismusregion Gesäuse in der Steiermark

Aufgewachsen in der deutsch-niederländischen Grenzregion, verließ ich früh mein Elternhaus, studierte Tourismus in den Niederlanden und begab mich auf die Reise. Getrieben von Neugier, Abenteuerlust und auf der Suche nach neuen Herausforderungen, komme ich immer wieder irgendwo an, bleibe und ziehe weiter sobald mich mein Bedürfnis nach Veränderung zum Aufbrechen zwingt. One Lebenskapitel at a time.

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