Kostenerstattung bei Flugticketstornierung

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Flugticket stornieren: Bis zu 95 % des Ticketpreises erstattet bekommen

Hattest du das auch schon mal? Du hast einen Flug gebucht. Du freust dich riesig und planst schon die ganze Reise durch. Doch dann kommt irgendetwas dazwischen und du musst den Flug stornieren. Nicht nur, dass du die Reise nicht antreten kannst, du bleibst auch noch auf den gesamten Flugkosten sitzen. In meinem letzten Artikel zu Fluggastrechten habe ich mich mit Fairplane zusammen getan, um euch das Portal, das sich auf Fluggastrechte bei Flugverspätungen spezialisiert hat, mal näher vorzustellen. Da der Artikel sehr gut angekommen ist, habe ich mir gedacht, ich fasse mal einige Infos zur Rechtslage von Flugticketstornierungen zusammen.

Viele meiner Freunde, die innerhalb Europas unterwegs sind, fliegen häufig mit Ryanair, EasyJet, WizzAir – den üblichen Billigfliegern. Oft kosten die Tickets weniger als 50 Euro. Reiseversicherungen werden selten in Anspruch genommen, da diese meist genauso teuer sind wie das Ticket selbst. Stornierungskosten wirken auf viele Fluggäste abschreckend, da sie sich nach Zusatzkosten anhören. Daher lassen die meisten ihr Billigflugticket einfach verfallen, wenn sie spontan nicht in der Lage sind den Flug anzutreten. Vorteil: Man muss sich im Fall einer Stornierung nicht mit undurchsichtigen Versicherungskonditionen, die am Ende durch Ausnahmeregelungen und Paragraphen-Wirrwarr doch nicht greifen, rumschlagen und hat lediglich den günstigen Ticketpreis verloren. Zeit und Nerven werden verschont. Mehr als verkraftbar. Eventuell werden manche Flüge von Ryanair bald sogar gratis angeboten.

Allerdings hat man ein Recht auf die Erstattung der Kosten. Meistens weigern sich die Airlines dir etwas zurückzuerstatten und hoffen darauf, dass du dann „Ruhe gibst“, wie das in der deutschen Dienstleistungsgesellschaft leider häufig der Fall ist. Selbst die großen Magazine wie Focus, die Welt und sogar Stiftung Warentest weisen immer wieder darauf hin, wie du wenigstens einen Teil der Kosten zurückerstattet bekommst.

Vor allem Lufthansa, Condor und Air Berlin werben mit so genannten Light Tarifen, die nicht stornierbar sind. Rechtens ist dies allerdings nicht!

Passagiere haben das Recht zu stornieren

„Früh buchen und viel sparen“ – mit solchen und ähnlichen Werbeversprechen locken Reisebüros und Fluggesellschaften. Und die Kunden lassen sich gern verführen, denn wer sagt schon nein, wenn er ein Schnäppchen machen kann? Kommt eine Erkrankung, ein dringender Termin oder gar eine Naturkatastrophe dazwischen, platzen die Reisepläne. Will ein Fluggast in einem solchen Moment sein Flugticket stornieren, blocken die Airlines ab. Die meisten Betroffenen glauben, dass das bereits gezahlte Geld für das Ticket verloren sei. Dass es sich bei der Buchung eines Fluges aus rechtlicher Sicht um einen Werkvertrag handelt, der vor dem Flugtermin ohne Angabe von Gründen gekündigt werden kann, ist den Wenigsten bewusst.

Wenn du deinen Flug stornierst, muss die Fluggesellschaft die Kosten zurückerstatten, die in Folge der Ticketrückgabe nicht anfallen. Dazu zählen in jedem Fall Steuern und Gebühren, eventuell die Kosten für Essen und Getränke und der Anteil der Kerosinkosten pro Fluggast.

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Flugticketstornierung: Oft bleibt nur der Klageweg

Gehen Reisende, die vergeblich ihren Flug stornieren wollten und kein Geld von der Airline bekamen, vor Gericht, muss die Fluggesellschaft darlegen, welche Kosten nach der Flugstornierung nicht angefallen sind. Legt die Airline diese Rechnung nicht vor, entscheiden die Richter in der Mehrzahl der Fälle nach § 649 des Bürgerlichen Gesetzbuches und sprechen dem Fluggast die Erstattung von 95 % des Ticket-Preises zu.

Rechtzeitig Flugticket stornieren und Geld zurückverlangen

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat einen Musterbrief online gestellt, mit dem sich betroffene Fluggäste an die Fluggesellschaften wenden können. Das hast du bereits versucht, bist aber wie alle anderen auch auf taube Ohren gestoßen? Dann kannst du dir bei Unternehmen wie zum Beispiel TicketRefund, ebenfalls ein Service von dem oben genannten Fluggastrechteportal FairPlane, Unterstützung holen. Dort gibst du einfach deine Flugdaten ein. Woraufhin dein Fall von erfahrenen Vertragsanwälten geprüft und die erforderlichen Schritte eingeleitet werden.

Die Anwälte setzen sich mit der Fluggesellschaft in Verbindung, bei der du vergeblich um Rückerstattung gebeten hast und setzen deine berechtigten Ansprüche durch. Du selbst brauchst dich um weiter nichts zu kümmern. Sind die Anwälte erfolgreich, erhälst du die Flugticketkosten zurück und zahlst eine Provision in Höhe von 30 % des Erstattungsbetrages. 30% scheinen auf den ersten Blick viel zu sein, allerdings solltest du im Hinterkopf behalten, dass dir dadurch jegliche Anstrengungen und kostbare Zeit erspart bleiben. Jeder, der schon mal gegen eine Airline geklagt hat, weiß wie viel Nerven und Zeit investiert werden müssen und wie viel Anwaltskosten man vorstrecken muss.

Sollten die Bemühungen von TicketRefund nicht erfolgreich sein, entstehen für dich keinerlei Kosten. Du kannst also nur gewinnen und trägst kein Risiko. Einen Rat haben die Fachleute jedoch für alle Fluggäste: Wenn du weißt, dass du einen Flug nicht antreten kannst, solltest du dein Flugticket umgehend stornieren! Dann sind die Erfolgsaussichten am größten, dass du einen Großteil deines Geldes zurückbekommst.

Falls du mal von einer Flugverspätung betroffen sein solltest, hab ich hier einen Tipp für dich, wie du selbst drei Jahre rückwirkend am besten und schnellsten deine Kosten erstattet bekommst.

Warst du auch schon mal von einer Flugticket Stornierung betroffen und hattest Probleme bei der Kostenerstattung?

 

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Flugtickets stornieren und Geld zurück bekommen!

Transparenzhinweis: Der Link zu TicketRefund ist eine bezahlte Anzeige. 

Hi, ich bin Matthias und reise gerne fernab der Massentourismuspfade, aktiv und abenteuerlich, aber zugleich auch genussvoll und entschleunigt. Am liebsten mit Rad, Rucksack oder Handgepäck. Auf diesem Blog findest du neben Reiseberichten und Tipps auch Interviews, Gedanken, Gastartikel und viele Eindrücke zum Reisen mit dem Fahrrad.

Discussion2 Kommentare

  1. Hey Myriam,

    du sprichst mir aus der Seele. Call Center können auch manchmal wirklich schwierig sein. Am besten immer Namen und Infos aufschreiben. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar 🙂
    LG, Matthias

  2. Ich habe mal im Service Center einer deutschen Airline angerufen, weil ich eine Teilstrecke nicht antreten wollte und da meinte der erste Herr am Telefon doch echt, dass ich ganz stornieren und neu buchen müsste. Ich fragte dann, ich wollte mich einfach nur vergewissern, dass das mein Recht ist und dass dann entsprechend die Koffer neu gelabelt werden. Hm. Was macht man in so einem Moment. Richtig. Man ruft noch einmal an. Diesmal hatte ich eine nette Dame am Telefon, die sofort gesagt hat, dass es mein Recht sei eine Teilstrecke nicht anzutreten und mir dadurch keine Mehrkosten entstehen. Ich müsse das am Schalter nur sagen, sie mache aber auch ein Vermerk.

    Also gerade bei Call Centern immer 2 mal oder 3 mal anrufen, man bekommt immer eine andere Aussage. In Call Centern arbeiten nicht immer top ausgebildete Leute, oder manche sind einfach nur faul. Daher immer mehrfach anrufen, bis man bekommt was man will. Funktioniert (leider) immer wieder.

    Der Beitrag war sehr hilfreich. Es ist leider oft so, dass man aus unwissenheit viel zu viel Geld auf der Strecke liegen lässt..

    LG Myriam

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