Wandern auf der Teutoschleife Dörenther Klippen im Teutoburger Wald

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Teutoschleife „Dörenther Klippen“

In meiner alten Heimatregion, dem Münsterland, unweit der Grenze zu den Niederlanden, beginnt der Teutoburger Wald. Ein beliebter Ort für Wanderfreunde von nah und fern. Der Hermannsweg ist wohl der bekannteste und beliebteste Wanderweg dieser Region. Seit einigen Jahren erfreuen sich zusätzlich die sogenannten Teutoschleifen immer größerer Beliebtheit und haben es dieses Jahr sogar unter die schönsten Wanderwege Deutschlands in das Wandermagazin geschafft. Selbst der prominente Wanderpapst Manuel Andrack ist von den insgesamt acht Rundwanderwegen der Teutoschleifen so begeistert, dass er immer wieder gerne zum Wandern ins Münsterland kommt.

Die Teutoschleifen ziehen sich durchs gesamte Tecklenburger Land, das eine Region des Münsterlandes ist. Im Grunde sind alle acht Rundwanderwege wunderschön. Aber um es einmal runterzubrechen sind sind hier meine persönlichen Favouriten:  das Bevergerner Pättken, der Canyon Blick, das Heilige Meer und die Dörenther Klippen.

Die zwei Startpunkte

Der letztgenannten Tour ist dieser Artikel gewidmet. Der Rundwanderweg Dörenther Klippen erstreckt sich auf 11 km und dauert ca. 4 Stunden. Starten kann man die Tour entweder am Wanderparkplatz der Dörenther Klippen unweit des Campingplatzes Dörenther Klippen oder am Wanderparkplatz im Bocketal bei Brochterbeck. Wir sind von Wanderparkplatz zu Wanderparkplatz in genannter Reihenfolge gelaufen. Der Schwierigkeitsgrad ist mit leicht-mittel kategorisiert.

Gewaltige Eindrücke von Beginn an

Wer wie wir am Wanderparkplatz Dörenther Klippen startet und den „Kletterweg Hockendes Weib“ wählt, findet sich nach gerade mal zehn Minuten Fussmarsch durch den Wald in einer riesigen Felslandschaft wieder. Nimm dir Zeit, um die kleinen Pfade und Felsen zu erkunden. Es lohnt sich!

Felsformation „Das Hockende Weib“

Läuft man ein Stückchen weiter, entdeckt man rechts vom Wegesrand die wohl bekannteste Felsformation der Dörenther Klippen – das Hockende Weib. Hier, im Flachland der Grenzregion zwischen Deutschland und den Niederlanden, würde man wohl vieles erwarten, aber wohl kaum eine so krasse Felsformation. Der Sage nach entstand die Felsformation des Hockenden Weibs durch die Rettungsaktion einer Mutter, die vor steigendem Hochwasser mit ihren Kindern in die Berge floh. Am höchsten Punkt setzte sie ihre Kinder auf ihre Schultern, um sie vor dem Ertrinken zu schützen. Sie erstarrte zu Stein und ihre Kinder haben auf ihren Schultern sitzend das Hochwasser überlebt…

Entlang des Hockenden Weibs lässt es sich wunderbar herumklettern, tolle Fotos machen oder einfach nur die Aussicht genießen. Der Name Dörenther Klippen leitet sich übrigens vom nahegelegenen Dorf Dörenthe ab.

Brotzeit auf der nördlichsten Almhütte Deutschlands

Ein kurzes Stück hinter dem Hockenden Weib befindet sich tatsächlich die nördlichste Almhütte Deutschlands. Gastwirt Horst hat hier mit viel Herzblut ein richtig bayrisch-gemütliches Erlebnis kreiert. Zur Begrüßung schenkt er uns erstmal seinen selbstgebrauten Schnaps ein:

Der ist wunderbar zur Stärkung und außerdem hebt er die Laune beim Wandern.

Wow, der Schnaps schmeckt wirklich gut und vor allem mild. Ich frage direkt nach einem zweiten Schlückchen. Danach geht’s rauf auf den Aussichtsturm der Almhütte, um den schönen Weitblick einzufangen – hier könnte ich locker noch ein Stündchen sitzen bleiben. Da fällt uns auf, dass wir bereits drei Pausen gemacht haben – auf gerade mal einem Kilometer! Uff! Es gibt einfach zu viel Schönes zu sehen auf dieser ersten Etappe.

Auf dem Weg zum Teufelsfelsen

Vorbei am Wittekind-, Drachen- und Kanzelfelsen geht es durch pure Waldidylle immer tiefer in die sogenannte Eulenschlucht bis ins Plissetal, wo sich unweit eines kleinen blauen Sees eine 24m hohe Kletterwand vor uns in die Höhe ragt. Im Schatten der Bäume lässt es sich bei sommerlich warmen Temperaturen gut aushalten. Immer wieder staunen wir über die ausgesprochen gute Wegbeschilderung. Hier kann sich wirklich niemand verlaufen.

Zurück aus der Schlucht lädt ein kleines Pilzhäuschen zum Verweilen ein. Der Wegweiser an der großen Weggabelung zeigt nach rechts. Vorbei am Wolfsschanze-Felsen und den fülligen Blaubeerfeldern, die die Naturidylle links und rechts einrahmen, erstreckt sich vor uns der riesige Teufelsfelsen. Schöne Erinnerungen melden sich bei mir: Unter dem großen Felsspalt habe ich als Kind mal während eines Vater-Sohn Survival-Kurses die Nacht im Schlafsack verbracht.

Das Finale: Der Münsterlandblick am Königsfelsen

Nachdem wir den Drei-Kaiserstuhl passiert haben, erreichen wir das letzte Highlight unserer Wandertour: Den Königsfelsen. Von hier hat man einen atemberaubenden Weitblick ins Bocketal. Wir sitzen hier noch ein bisschen und genießen den Wald, den Ausblick, die Stille, den Moment, bevor wir uns zum nahegelegenen Wanderparkplatz  aufmachen, wo unsere Wanderung endet. Was für eine schöner Tag und was für eine ausgesprochen abwechslungsreiche Wanderung, die für mich persönlich mit vielen Kindheitserinnerungen bestückt war, da ich unweit von hier aufgewachsen bin. Einfach richtig schön!

Startpunkte: Wanderparkplatz Dörenther Klippen oder Wanderparkplatz Bocketal
Dauer: Rundweg 11km ca. 4. Std. | Etappe von Wanderparkplatz zu Wanderparkplatz ca. 2 Stunden.
Schwierigkeitsgrad: leicht-mittel
Einkehrmöglichkeiten mit Toilette: Almhütte

Alle weiteren Infos über die Teutoschleifen sowie GPS und KML Tracks findest du auf dieser Website.

Transparenzhinweis: Die Wanderung  war eine Bloggerreise und ist durch eine wunderbare Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein meiner alten Heimat, dem Münsterland e.V., zustande gekommen.

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Wanderung auf der Teutoschleife Dörenther Klippen im Teutoburger Wald im Münsterland . #wandern #münsterland #tecklenburgerland #teutoburgerwald

Hi, ich bin Matthias und reise gerne fernab der Massentourismuspfade, aktiv und abenteuerlich, aber zugleich auch genussvoll und entschleunigt. Am liebsten mit Rad, Rucksack oder Handgepäck. Auf diesem Blog findest du neben Reiseberichten und Tipps auch Interviews, Gedanken, Gastartikel und viele Eindrücke zum Reisen mit dem Fahrrad.

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