2-Tageswanderung auf dem Baumberger Ludgerusweg im Münsterland

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Es ist ein kühler Tag im Mai. Barbara und ich stehen am Startpunkt des Baumberger Ludgeruswanderwegs bei Havixbeck zwischen Münster und Coesfeld im Münsterland. Nach meiner über 1.000 km langen Radtour entlang der 100 Schlösser Route durchs Münsterland und einer Wanderung auf den Teutoschleifen durchs Tecklenburger Land, ist es nun Zeit die Baumberge und den Ludgerusweg, auf die ich bei meiner Onlinerecherche zum Thema Wandern im Münsterland immer wieder gestoßen bin, zu erkunden.

Was sind die Baumberge und wer ist eigentlich Ludgerus?

Die Baumberge sind der höchste Höhenzug des Münsterlandes (188,7 m. ü. NHN). Das Wort Baumberge geht auf den Begriff „Bomberg“ zurück, der eine Verbindung des altdeutschen Wortes „Bo“, was so viel bedeutet wie Haus/Hof, und dem nordisch/germanischen Hauptgott Odin darstellt. Ich habe da meine ganz eigene Erklärung: Riesige Bäume, die so hoch sind wie Berge. So fühlt es sich zumindest an, wenn man am Startpunkt des Ludgerusweges steht. Und Ludgerus? Der heilige Ludgerus, der in Utrecht in den Niederlanden geboren und später der erste Bischof von Münster wurde, soll diesen Weg damals gegangen sein, um von Coesfeld nach Münster zu gelangen. Heute ist der Ludgerusweg ein vom Deutschen Wanderverband ausgezeichneter Qualitätswanderweg und führt am Ludgerusdom in Billerbeck, dem Sterbeort des heiligen Ludgerus, der Ludgerirast auf dem Coesfelder Berg und der Benediktinerabtei Gerleve vorbei.

Das Tal der riesigen Baumberge

Am Startpunkt erinnert ein kleines Gemälde an den Missionar und eine Infotafel zeigt Haupt-, Zugangs- und Abstecherwege, die in lila, gelb und blau beschildert sind. Entlang der Zugangs-und Abstecherwege gibt es natürlich auch viel Spannendes zu entdecken. Du kannst den Weg daher auch wunderbar in Etappen laufen. Bus und Bahnverbindungen unterstützen dich dabei. Uns geht es aber vor allem um den Wandergenuss in dieser herrlichen Natur abseits städtischer Hektik und Verkehrslärm!

Nach ein paar Minuten finden wir uns umgeben von riesigen Bäumen wieder. Habe ich so etwas schon mal irgendwo gesehen? Ich glaube nicht. Und das ausgerechnet in der Region, in der ich groß geworden bin! Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…

Der Ludgerusweg: Bilder sagen mehr als tausend Worte

Daher folgen nun ein paar Impressionen vom Ludgerusweg von Havixbeck nach Coesfeld.

Kulinarisches Erlebnis am Ludgerosdom in Billerbeck

Der staatlich anerkannte Erholungsort Billerbeck wird auch die Perle der Baumberge genannt. Hier kommen wir am frühen Abend nach rund 17 km durch schönste Natur erschöpft und glücklich an. Just bevor es anfängt zu regnen. Zum Glück haben wir unser Hotel bereits reserviert: Wir nächtigen im Hotel-Restaurant Domschenke direkt am Ludgerusdom. Frank und seine Frau Petra, die ich bereits auf meiner Kulinarikreise durch Westfalen kennenlernen durfte, betreiben die Domschenke in Billerbeck. Frank Groll ist ein deutschlandweit bekannter Sternekoch und in Erinnerung an meinen letzten Besuch im September bin ich schon total gespannt und kann unser heutiges Abendessen kaum abwarten. Und so sieht unser Menü aus:

Gruß aus der Küche: Hausgemachtes Baguette mit Paprikabutter und Meerrettichcreme
Vorspeise: Schafskäsebällchen auf Zucchini-Tomaten-Salat mit Tomatensoße
Vorspeise: Pulpo, Hummer, Hummerravioli, Fenchel-Lauchsalat mit Algen, Honigtomaten
Hauptspeise: Rosa Rehkeule mit Morcheln und Spargel
Hauptspeise: Heilbutt auf Spargelrisotto
Dessert: Herrencreme
Dessert: Pumpernickeleis mit Pflaumenragout

Was soll man dazu sagen, es war einfach unfassbar lecker! Als wir gegen 23 Uhr in unser super gemütliches Bett fallen, schlafen wir sofort satt und zufrieden ein.

Um 6 Uhr wache ich auf und überlege kurz, ob ich mich nochmal umdrehe. Nein, ich möchte die Gunst der frühen Morgenstunde nutzen, um noch ein paar Fotos von Billerbeck zu schießen. Denn morgens, wenn noch keiner auf den Straßen ist, macht es richtig Spaß zu fotografieren.

Die Benediktinerabtei Gerleve am Ludgerusweg

Neben dem Lusgerusdom in Billerbeck, ist die Benediktinerabtei Gerleve das zweite historische Highlight dieser Wanderung. Die Abtei Gerleve wurde 1899 von Mönchen der Erzabtei Beuron gegründet und 1904 zur Abtei erhoben. Seit mehreren Jahren finden im Kloster auch regelmäßig Film Festivals und Filmvorstellungen statt. Außerdem gibt es ein umfangreiches Kursprogramm zu den Themen Wandern, Literatur, Film, Glaube und Exerzitien.

Im Münsterland darf ein Schlossbesuch nicht fehlen

Wer im Münsterland ist und kein Schloss gesehen hat, hat wirklich etwas falsch gemacht. Am Zielort angekommen, erstreckt sich mitten in der Stadt das imposante Wasserschloss. Erbaut wurde es bereits zwischen 1612 und 1618. Nach einem zerstörischen Brand im Jahre 1899, wurde es ab 1902 in gerade mal zwei Jahren wieder in der heutigen Form aufgebaut. Seit 1963 ist es Wohnsitz der Familie Droste zu Vischering. Ich erinnere mich sofort an meine Radtour entlang der 100 Burgen, Herrenhäuser und Schlösser im Münsterland und an die gleichnamige Burg in Lüdinghausen, die ebenso in Besitz der Familie Vischering ist. Zwei sehr schöne, erholsame Tage gehen mit einer entspannten Fahrt mit Bahn und Bus in Richtung Ibbenbüren zu Ende.

Tipps und Fakten zur Wanderung auf dem Ludgerusweg

Der Wanderweg erstreckt sich durch riesige Buchenwälder, Grünland, entlang von Äckern und Feldern, sowie quellreichen Hügeln. Ideal in der geografischen Mitte gelegen, befindet sich der Erholungsort Billerbeck.


Schwierigkeitslevel: mittel
Strecke: 30 km
Dauer: 8 Stunden für Wandererfahrene bzw. zwei Tage à ca. 6 Stunden für Genusswanderer inkl. Pausen und Fotostopps
Aufstieg: 215 hm
Abstieg: 239 hm
Tipps für Einkehrmöglichkeiten: Domschenke in Billerbeck
An- und Abreise: mit Zug und/oder Bus möglich ab/bis Havixbeck, Billerbeck oder Coesfeld
Noch mehr Tipps, GPS Tracks und Eindrücke zum Ludgerusweg findest du beim Münsterland e.V. auf dieser Website

Transparenzhinweis: Die Wanderung entlang des Ludgeruswegs war eine Bloggerreise und ist durch eine wunderbare Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein meiner alten Heimat, dem Münsterland e.V., zustande gekommen.

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Hi, ich bin Matthias und reise gerne fernab der Massentourismuspfade, aktiv und abenteuerlich, aber zugleich auch genussvoll und entschleunigt. Am liebsten mit Rad, Rucksack oder Handgepäck. Auf diesem Blog findest du neben Reiseberichten und Tipps auch Interviews, Gedanken, Gastartikel und viele Eindrücke zum Reisen mit dem Fahrrad.

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