Somalische Kultur erhalten – Ein Nachaltiges Tourismus-Projekt in England

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Auf geht’s nach England! Mein Freund James ist im nachhaltigen Tourismus in Wales aktiv und unterstützt dort eine kleine organische Farm in der naturbelassenen grünen Hügellandschaft zwischen Cardiff und Liverpool. Interessiert? Ja? Super. Also was macht James und worum geht es genau?

1. Bewahrung der somalischen Kultur

Da die Farm sich dort befindet, wo es den höchsten Niederschlag Europas gibt, könnte man denken, es sei kein geeigneter Ort, um über die Geschichte, Traditionen und Kultur der Nomaden aus der schwarzafrikanischen Wüste zu lernen. Nichts desto trotz, der Bauer Hamish Wilson, der Fotograf, Rundfunksprecher, Schriftsteller und Dozent ist und sich auf somalische Kultur und Angelegenheiten spezialisiert hat, hat zusammen mit seiner Familie bereits hunderte somalische Touristen und große Gruppen auf seiner Hangingheld-Farm beherbergt. Warum? Zuerst einmal ist wichtig zu wissen, dass Großbritannien das zu Hause für viele Menschen somalischer Abstammung ist. Diese sind dort in Großstädten geboren, leben dort und haben nur noch wenig Bezug zu ihren eigentlichen Wurzeln und Kultur. Daher sind Hamish und seine Familie in fester Überzeugung, dass „ein Besuch auf der Farm, der das einfache Landleben in England sowie Somalia zeigt, nicht nur älteren Somaliern hilft, sich noch besser in England zu integrieren, sondern ebenso jüngere somalische Generationen dazu bewegt, stolz auf ihre Herkunft und somalische Identität zu sein“.

2. Vorurteile abbauen und unterschiedliche Menschen zusammenführen

Nun kommt der nachhaltige Tourismus in Spiel. Dieses Projekt, dessen Umgebung reich an einer natürlichen Fauna und Flora ist, hat James auf die Idee gebracht, Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenzuführen um hier die ursprüngliche somalische Lebensart kennenzulernen und damit interkulturelles Verständnis und interkulturelle Kommunikation zu fördern. Die Unterkunft erfolgt in typisch-großen Nomadenzelten, in denen bis zu sieben Personen komfortablen Platz finden. Um die gemeinsame Entspannung und Erholung, Tänze, Gesang und Zeremonien, Gespräche, Essenszubereitung und Vorführungen gemeinsam genießen zu können, sind die Nomadenzelte kreisförmig angeordnet. Hierdurch entsteht eine Gemeinschaft und ein Stammes-Gefühl.

Das große Angebot an Aktivitäten besteht zum Beispiel aus dem Zubereiten von Mahlzeiten mit frischen, organischen Zutaten, Wanderungen in der naturbelassenen idyllischen Landschaft, Tierversorgung, Gesprächsrunden über somalische Kultur, Geschichte, Poesie, Gesang, Reisen, Siedlungen, Gras- und Weideland. Bisher haben die ersten internationalen Gruppen das spezielle und umfangreiche Angebot sehr positiv und interessiert aufgenommen.

Das Projekt hat bisher gute Wirkung gezeigt, ein positives und reales Bild von Somalia zu vermitteln. Ein Bild fernab der Piraten, Kriegsherren und dem Terrorismus, der dieses Land großflächig beherrscht. Des Weiteren waren Besucher auch über die Destination Wales überrascht, die normalerweise nur für ihre Schafe, Regen und männlich Gesangschöre bekannt ist. Es bietet allen Reisenden die Chance, etwas Einmaliges zu erleben, davon zu lernen und dies mit einem Ausflug in die wunderschöne ländliche Gegend Englands zu verbinden.

Ein großes Dankeschön an Hamish, seine Familie und James, die dabei helfen, dass Somalias Identität und Kultur nicht verloren gehen, indem sie eine kulturelle Brücke gebaut haben.

Hi, ich bin Matthias und reise gerne fernab der Massentourismuspfade, aktiv und abenteuerlich, aber zugleich auch genussvoll und entschleunigt. Außerdem unterstütze ich verantwortungsbewusstes Reisen und nachhaltige Tourismuskonzepte. Auf diesem Blog findest du neben Reiseberichten und Tipps auch Interviews, Gedanken, Gastartikel und viele Eindrücke zum Reisen mit dem Fahrrad.

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